Craniosacrale Osteopathie
Geschichte
Wie arbeitet Therapeut?
System der Strukturen
System der Organe
Sensorisches System
Wann wird Craniosacral Therapie oder Osteopathie eingesetzt
Geschichte
Die Craniosacral Lehre ist eine Grundlage der Osteopathie. Beide beruhen auf dem gleichen Konzept und stammen von den gleichen Pionieren ab. Als Begründer dieser Methoden gilt der im Jahr 1874 geborene Dr. Andrew Taylor Still. Er hielt folgende Grundregeln fest:
- Die Strukturen im Körper beeinflussen die Funktionen im Körper. Unter Struktur werden alle Bestandteile des menschlichen Körpers verstanden (Knochen, Muskeln, Faszien, Organe, Nerven, Körperflüssigkeiten etc.). Im Gegenzug können die Funktionen auch die Strukturen beeinflussen.
- Die Arterien spielen eine führende Rolle. Die gute Versorgung des Gewebes mit Nährstoffen, Abwehrzellen und Sauerstoff sowie der Abtransport von Stoffwechselendprodukten unterstützt die Chancen zur Selbstheilung. Diese Regel gilt auch für das venöse System, die Lymphflüssigkeit, Gehirnflüssigkeit, interzelluläre Flüssigkeit und den Gasaustausch.
- Der Körper ist eine Einheit aus Körper, Seele und Geist und bildet eine funktionale Einheit. Sobald eine Funktion von der Normalität abweicht, wird der Gesamthaushalt beeinflusst sowie auch der energetische und emotionale Fluss.
- Der Körper ist in der Lage, sich selbst zu heilen.
Ab Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich das craniosacrale Konzept. Es beruht auf den natürlichen Körperschwingungen, die im Embryo schon vor der Funktion des Herzens und des Hirns entstehen und erst nach dem letzten Herzschlag aufhören. Das daraus entstandene biodynamische Prinzip, eine rein craniale Methode, wurde von verschiedenen Forschern entwickelt und beschrieben. Um einige Namen zu nennen: Dr. John Upleder, Dr. Michael Shea und Michael Kern mit seinem Buch im Jahr 2017, "Die Weisheit im Körper".
Wie arbeitet der Therapeut?
Grundlage der Arbeit sind vertiefte Kenntnisse der Anatomie und der Physiologie, Neurologie und Embryologie gleich wie in der Schulmedizin. Der Organismus wird immer als gesamter Regelkreis betrachtet. So kommt es in vielen Fällen vor, dass der Therapeut den Patienten, die Patientin nicht unmittelbar am Ort des Schmerzes behandelt, um die Heilung anzustossen. Das ist ein der faszinierende Teil der Craniosacral Therapie, der die Patienten mit chronischen Schmerzen immer wieder zum Erstaunen bringt. Oft wird mit wenigen Behandlungen eine Besserung dessen erreicht, was vorher jahrelang mitgetragen wurde. Für die Behandlung braucht der Therapeut eine feine Berührungssensibilität. Die aufgefundenen Disharmonien zwischen Struktur, Mechanik und energetischen Barrieren werden sanft und schmerzfrei behandelt. Durch Zusammenarbeit zwischen dem Therapeuten und der Patientin, dem Patienten wird der Genesungsprozess angestossen. Danach übernimmt der Patient, die Patientin die Verantwortung für die Heilung selbst in die Hand. Der Therapeut bleibt der umsichtige Begleiter. Die Geschichte des Patienten, der Patientin wird mit einbezogen. Diese beginnt möglicherweise schon vor der Geburt. Sie hilft, das ursprüngliche Problem zu orten. Oft erinnert sich die Patientin, der Patient erst bei einer Berührung an ein relevantes Ereignis.
Behandlung der Strukturen
Es werden manuelle Techniken angewendet, die sich mit der Mobilisation und Korrektur von Gelenken, Muskeln, Sehnen, Bändern und Faszien befassen. Ziel ist die Verbesserung der Beweglichkeit, der Durchblutung und des Stoffwechsels auf den verschiedenen strukturellen Ebenen. Es wird mit der Atmung und der Spannung der Muskeln und Faszien gearbeitet.
System der Organe
Die Beweglichkeit (Mobilität), und der Eigenrhythmus (Motilität) und werden erspürt. Die Bewegungsfreiheit der Organe ist abhängig von einer guten Blutzufuhr und -Abfuhr, dem Fluss der Lymphe und einer ungestörten Nervenversorgung. Auch darin gespeicherte Erfahrungen können die Freiheit beeinflussen. Mit Grifftechniken werden Bewegungseinschränkungen der Organe erkundet. Das können Verklebungen, Verkrampfungen oder Verhärtungen und Spannungen an deren Befestigungen sein. Mit der spezifischen Technik, wird dem Organ der Energiefluss wieder ermöglicht.
Sensorischer Dialog
Die natürliche Schwingung der Körperstrukturen gibt Aufschluss über die Lebensfreude des Körpers. Mit einer feinen Berührung werden der Fluss der Energie ermittelt. Ihre rhythmische Bewegung kann am ganzen Körper gespürt werden. Eine Blockade an einem bestimmten Ort deutet auf eine Verletzung hin. Die Wiederherstellung der Körperschwingung am blockierten Ort löst Selbstheilungskräfte aus.
Einsatzgebiete
Die Behandlung ist bei chronischen Beschwerden, zur Begleitung eines Genesungsprozesses aber auch in akuten Situationen sinnvoll. Beispiele werden auf der Seite „Anwendungen“ beschrieben. Oft wird der Therapeut dann besucht, wenn vorher alles Mögliche versucht wurde und immer wieder Rückfälle zu verzeichnen waren. Durch die Art der Behandlung, die den Ursprung sucht, die Symptome hinterfragt und durch einen Veränderungsprozess zur Gesundheit führt, werden immer wieder gute und auch erstaunliche Ergebnisse erzielt.
Die Therapien können auch begleitend zur schulmedizinischen Behandlungen sein. Erkennt der Therapeut Risiken, wird die Behandlung entsprechend angepasst oder der Besuch des Arztes oder eines anderweitig spezialisierten Therapeuten empfohlen.